Patienteninformation

Was sollten Sie wissen?

Die eingesetzten Radiopharmaka erfüllen stets folgende Anforderungen: Das radioaktive Nuklid besitzt eine der Untersuchung und dem Stoffwechselvorgang angepasste Halbwertszeit (Zeit, in der die Hälfte der Nuklids zerfallen ist). Bei 99mTc beträgt diese 6 Stunden – in 24 Std. sind also 94% bereits zerfallen. Die Zerfallsprodukte sind nicht toxisch, nicht radioaktiv und werden ausgeschieden. Der Pharmakonanteil – unterschiedlich je nach Einsatz – ist nicht toxisch und besitzt hohe Organspezifität. Insgesamt ist die Verträglichkeit der Nuklearpharmazeutika im Allgemeinen sehr gut, Nebenwirkungen kommen außerordentlich selten vor. Bitte weisen Sie in jedem Fall auf eine bestehende Schwangerschaft hin und besprechen Sie Medikamentenallergien mit dem Arzt, damit gegebenenfalls ein geeignetes Radiopharmakon gewählt werden kann.

Wie funktioniert eine nuklearmedizinische Untersuchung?

Man unterscheidet methodisch und systemtechnisch drei Arten der Untersuchung. Gemeinsam ist allen, dass stets γ-(Gamma-)Strahlen ortsabhängig registriert werden. Reine γ-Bildgebungsverfahren mit vorwiegend funktionalen Aussagen sind:

  • Szintigraphie mit γ-Kamera: Eine radioaktiv markierte Substanz zerfällt unter Aussenden von γ-Strahlen, die von einer schrittweise um Sie rotierenden Kamera ortsabhängig erfasst werden.

  • PET (Positronen-Emissions-Tomographie): Eine radioaktiv markierte Substanz zerfällt unter Aussenden von Positronen (positiven "Elektronen"), die wiederum unter Aussenden von zwei γ-Strahlen "zerfallen". Mit zwei Messköpfen wird der Zerfall zeit- und ortsabhängig registriert und das angereicherte Gewebe im Schnittbild dargestellt.

  • SPECT (Single Photon Emission Computed Tomography): Bei der SPECT zerfällt eine radioaktiv markierte Substanz unter Aussenden von γ-Strahlen, die von mehreren um Sie rotierenden Kameras ortsabhängig erfasst werden. Aus den Messungen können beliebige 2D-Schnittbilder und, auch animierte, 3D-Raumbilder berechnet werden.

Was passiert während der Untersuchung?

Bei einer nuklearmedizinischen Untersuchung wird Ihnen zunächst eine radioaktiv markierte, biochemische Verbindung (Radiopharmakon) gespritzt. Bei Szintigraphie und SPECT ist das meist eine 99mTc-Verbindung (Lunge, Herz, Skelett, Schilddrüse), bei PET 18F (Fluor) als sog. FDG. Nach einer Wartezeit zur Anreicherung der Subtanz im zu untersuchenden Gewebe wird die Aufnahme durchgeführt. Da mit geringer Strahlung gearbeitet wird, sind die Messzeiten, je nach Untersuchung, lang – eine Herzszintigraphie z.B. dauert heute etwa 20 Minuten.

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