Schilddrüsendiagnostik

Jeder dritte Deutsche zwischen 18 und 65 Jahren hat eine vergrößerte Schilddrüse oder Knoten. Frauen und Männer sind etwa gleich häufig betroffen.

Eine Krankheit der Schilddrüse läßt sich sehr einfach feststellen. Zu einer umfassenden Untersuchung gehört zunächst der Ultraschall, mit dem die Größe der Schilddrüse und eventuelle Knoten festgestellt werden. Auch eine Blutentnahme zur Prüfung der Schilddrüsenhormonwerte ist unumgänglich. Sollte der Arzt eine Veränderung im Ultraschall oder eine Überfunktion nachweisen, kommt die wohl bekannteste nuklearmedizinische Untersuchung, die Schilddrüsenszintigraphie zum Einsatz. Sie erlaubt die Differenzierung zwischen sogenannten heißen und kalten, d.h. stoffwechselaktiven gegenüber -inaktiven Knoten.

Schilddrüsensonographie (Ultraschall)

Mit Hilfe der Sonographie haben wir die Möglichkeit auf einfache Art und Weise die Gestalt der Schilddrüse darzustellen. Dafür nutzt man die Eigenschaft, dass verschiedene Gewebe die Ultraschallwellen verschiedenartig reflektieren. Mithilfe dieser Methode können wir die Struktur der Schilddrüse insgesamt beurteilen. Ferner können wir damit Knoten oder Zysten darstellen. Außerdem lässt sich mit Hilfe der Sonographie die Größe der Schilddrüse ermitteln.

Schilddrüsenszintigraphie

Als zweite Säule der Schilddrüsendiagnostik setzen wir die Schilddrüsenszintigraphie ein. Im Gegensatz zur Sonographie, bei der die Gestalt des Organs untersucht wird, wird bei der Schilddrüsenszintigraphie die Funktion dargestellt. Mit ihrer Hilfe kann man z.B. untersuchen, ob ein Knoten hormoninaktiv (kalt) oder hormonaktiv (warm) ist.

Schilddruesenszintigraphie

Schilddrüsenszintigraphie: Die Abbildung stellt eine normale Schilddrüse dar. Sie besteht aus zwei Lappen und ist klassischerweise schmetterlingsförmig mit Betonung des rechten Lappens.

Schilddruesenszintigraphie

Schilddrüsenszintigraphie: Hier hat sich ein Knoten gebildet, der hormonaktiv ist. Er hat sich der normalen Regulation entzogen und produziert unkontrolliert Schilddrüsenhormone. Das gesunde Schilddrüsengewebe hat als Reaktion seine Hormonproduktion stark reduziert und kommt daher auf dem Bild kaum zur Darstellung.

Schilddruesenszintigraphie

Schilddrüsenszintigraphie: Im linken unteren Schilddrüsenlappen (im Bild rechts unten) findet sich ein hormoninaktiver Knoten. Er produziert weniger oder kein Schilddrüsenhormon und kommt daher gegenüber der übrigen Schilddrüse schwächer zur Darstellung.

Labordiagnostik

Die dritte Säule der Schilddrüsendiagnostik ist die Blutuntersuchung. Hier werden speziell Stoffe untersucht, die von der Schilddrüse selbst produziert werden oder die Schilddrüse beeinflussen. Das Blut wird durch eine einfache Entnahme über eine Ellenbogenvene gewonnen. In speziellen Fällen ist eine zweite Blutentnahme nach Verabreichung eines Nasensprays notwendig.

Ohne die laborchemische Analyse ist eine sinnvolle und abschließende Beurteilung der Schilddrüse nicht möglich.