Thoraxdiagnostik

Häufig treten Lungenerkrankungen mit Husten und Atemnot zutage - unspezifische Symptome, hinter denen sich vielfältige Krankheitsbilder verbergen können. Die Radiologische Lungendiagnostik ist der Schlüssel zur Diagnose und Therapie. Von der Lungenentzündung und Staublunge über Flüssigkeitseinlagerung bei Funktionsstörung des Herzens bis hin zum gefürchteten Lungenkrebs: Was dahinter steckt, zeigen Röntgen, CT und MRT.

Techniken der Lungen-Radiologie

1. Übersichts-Radiographie ("Röntgen-Thorax")

Die Röntgentechnik hat die Lungendiagnostik von mehr als 100 Jahre revolutioniert. Sie bot als erste Technik einen Blick hinter die Kulissen der Thoraxwand. Bis heute ist der „Röntgen-Thorax“ die radiologische Basisdiagnostik: für die Lungenentzündung, zum Nachweis einer Wassereinlagerung bei Herzfunktionsstörungen oder zum Ausschluss bösartiger Erkrankungen. In ihrer modernsten Form mit digitaler Aufnahmetechnik und computerisierter Bildnachverarbeitung kommt die Röntgendiagnostik der Lunge an allen unseren Standorten zur Anwendung.

Röntgen-Thorax

Röntgenaufnahme einer Lungenentzündung
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2. Computertomographie ("CT")

Diese Weiterentwicklung der Röntgentechnik liefert mit ihrem rotierenden Bildaufnahmesystem dünne Schichten und dreidimensionale Darstellungen der Lunge. Während bei der einfachen Röntgenaufnahme in der Überlagerung von Herz und Rippen kleinere Tumore unerkannt bleiben können, werden sie mit der CT sicher erfasst und können exakt vermessen werden. Im hochauflösenden CT (High resolution CT = HRCT) wird die Lungenfeinstruktur Schicht für Schicht millimetergenau erkannt und analysiert - fast wie im Mikroskop. Eine Wissenschaft für sich, und auch für erfahrene Radiologen immer wieder eine Herausforderung, ist die Erkennung von Lungenerkrankungen aus dem HRCT-Muster, z.B. bei der Lungenfibrose. Unsere modernen CT-Geräte stehen hierzu an allen Standorten der Radiologie Darmstadt zur Verfügung.

Leistungsspektrum CT der Lunge

  • Pneumoniediagnostik

  • Tumordiagnostik (Staging)

  • Rundherddiagnostik incl. Rundherdvolumetrie

  • Lungengefäßdiagnostik

  • Hochauflösende CT der Lunge (HRCT): Diagnostik interstitieller Lungenerkrankungen, Diagnostik chronisch-obstruktiver Lungenerkrankungen (COPD), arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen z.B. bei Asbestexposition

Lungenkarzinom im CT

kleines Lungenkarzinom im CT
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3. Magnetresonanztomografie ("MRT")

Deutlich später als CT und Röntgen hat sich die MRT in der Lungendiagnostik etabliert. Sie ist aufwändiger als andere Verfahren, bietet aber viele Vorteile – allen voran die Möglichkeit, Aufnahmen der Lunge ohne Röntgenstrahlung zu erhalten. Bei der MRT liegt der Patient in einem starken Magnetfeld, in dem die Wasserstoffatome des Körpers mit einem feinen Radiowellen-Impuls so angeregt werden, dass sie ein schwaches Signal senden. Dieses wird von den Antennen des Gerätes aufgenommen und für die Berechnung der Aufnahmen verwendet. Hierbei erscheinen wasserhaltige Anteile des Körpers (Leber, Muskeln) hell und wasserarme Anteile (auch die Lunge) dunkler. Krankhafte (pathologische) Veränderungen der Lunge mit einer Neubildung von Gewebe (Tumor) oder mit Einlagerung von Flüssigkeiten (bei einer Lungenentzündung oder bei Herzinsuffizienz) kommen hell vor dem dunklen Hintergrund des Lungengewebes zur Darstellung. Die MRT ist zudem hervorragend geeignet, die Weichteile der Thoraxwand sowie des Mediastinums zu beurteilen. In allen Fällen, in denen eine Strahlenexposition vermieden werden soll oder muss – z.B. zur Untersuchung von Kindern oder Schwangeren – bietet die MRT eine wertvolle Alternative. Die Radiologie Darmstadt bietet als erstes privates Röntgeninstitut die MRT der Lunge als Routineverfahren an. Hierzu stehen an mehreren Standorten hochmoderne MR-Tomographen bereit.

Leistungsspektrum MRT der Lunge

  • Thoraxuntersuchungen bei Kindern: Erkrankungen der Luftwege (z.B. Mukoviszidose/CF), Pneumoniediagnostik, Tumorausschluss

  • Lungen-Embolieausschluss (z.B. bei Schwangeren)

  • Rundherddiagnostik incl. Rundherdvolumetrie

  • Lungen-Gefäßdiagnostik

  • Lungenkarzinom-Früherkennung

Thoraxtumor im MRT

Thoraxtumor im MRT
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Lungenkarzinom-Früherkennung

Das Lungenkarzinom ist in frühen Stadien gut zu behandeln, wird aber, solange es noch klein ist, häufig nur durch Zufall im Röntgen oder CT entdeckt. Bis es "klinisch" in Erscheinung tritt und vom Patienten selbst bemerkt wird, kann ein Lungenkarzinom sehr groß werden und bereits Absiedlungen in Lymphknoten, Knochen und Hirn gesetzt haben. Weltweit wird daher intensiv diskutiert, Risikopersonen (insbesondere langjährige Raucher) regelmäßig zu untersuchen, um kleine, noch operativ entfernbare Karzinome rechtzeitig zu entdecken und zu behandeln. Als erste in einer Reihe von Studien mit Röntgen und CT hat erstmalig der NLST (National Lung Screening Trial) in den USA einen 20% Überlebensvorteil für Lungenkrebs-Risikopersonen bei regelmäßiger Kontrolle mit Lungen-CT gezeigt. Für die USA wurde gezeigt, dass den Vorteilen für Patienten, bei denen das Lungenkarzinom früh entdeckt und behandelt wird, vertretbare Risiken durch die Strahlenexposition der CT-Untersuchungen gegenüberstehen. Für Deutschland kann ein vergleichbarer Vorteil angenommen werden.

„Warum wird das Lungenkarzinom-Screening in den USA schon empfohlen, in Deutschland aber noch nicht?“

Ein flächendeckendes Früherkennungsprogramm ist mit hohem Aufwand verbunden. Da die europäischen Studien für Deutschland und Europa bisher noch nicht abschließend bewiesen haben, dass ein Früherkennungsprogramm medizinische Vorteile für den einzelnen Teilnehmer (längeres Überleben durch Früherkennung und rechtzeitige Behandlung kleiner Karzinome) und die ganze Gruppe der gefährdeten Personen bietet, gibt es noch keine Empfehlung zur generalisierten Anwendung. Sehr wohl existieren aber bereits Stellungnahmen der Fachgesellschaften, welche Risikopersonen von einer Lungenkrebsfrüherkennung profitieren würden und wie die technische Durchführung aussehen könnte.

„Ich habe viele Jahre geraucht und mache mir Sorgen – kann ich auf Wunsch ein CT zur Lungenkarzinom-Früherkennung bekommen?“

Die Gesetze in Deutschland (u.a. die Röntgenverordnung) gestatten den Einsatz der Röntgentechnik (incl. CT) nur für medizinisch notwendige Untersuchungen, z.B. bei begründetem Verdacht auf eine Lungenerkrankung. Reihenuntersuchungen mit ionisierender Strahlung an großen Personengruppen mit Einladungsverfahren (Screening) bedürfen einer Zulassung durch die obersten Landesbehörden. Ein bekanntes Beispiel in Deutschland ist das Brustkrebs-Screening von Frauen zwischen 50 und 69 Jahren mittels Röntgenmammographie (Mammographie-Screening). Für das Lungenkarzinom existiert dieses Programm noch nicht. Es bleibt nur die Möglichkeit individueller Früherkennungsuntersuchungen mit Röntgen und CT, die nach Auffassung der Strahlenschutzkommission im Einzelfall gerechtfertigt sein können und dann sehr genau begründet werden müssen (http://www.ssk.de/SharedDocs/Beratungsergebnisse/2006/Rechtfertigung_Frueherkennungsuntersuchungen.html).

„Gibt es eine andere Möglichkeit, eine Untersuchung der Lunge zur Karzinom-Früherkennung zu bekommen?“

Die MRT der Lunge bietet eine gute Alternative für besorgte Menschen der Risikogruppe. Ohne Strahlenexposition, mit vergleichbaren Detektionsraten, wie die CT, und ohne gegen die Röntgenverordnung zu verstoßen. Gerne beraten wir Sie hierzu individuell.

> Die Patienteninformation „Thorax-MRT zur Lungenkarzinom-Früherkennung“ und zur MRT allgemein können Sie unter thorax@radiologie-darmstadt.de per E-Mail anfordern – oder Sie rufen uns an und wir lassen Ihnen weitere Informationen per Fax zukommen.

„Übernimmt meine Krankenkasse die Kosten für die Lungenkarzinom-Früherkennung?“

Bezüglich der Kostenübernahme für eine Thorax-MRT als individuelle Vorsorgeuntersuchung empfiehlt es sich, Kontakt zu Ihrer Krankenkasse aufzunehmen. Private Versicherungen oder Zusatzversicherungen übernehmen die Kosten möglicherweise auf Anfrage, gesetzliche Krankenkassen in den meisten Fällen wahrscheinlich nicht. Gerne beraten wir Sie hierzu individuell (Kostenvoranschlag auf der Basis der geltenden Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ)).

Ansprechpartner für thoraxradiologische Fragestellungen: Prof. Dr. Jürgen Biederer.
(thorax@radiologie-darmstadt.de)

Termine können unter 06152-986-2375 oder 06151-606-300 vereinbart werden.

Individuelle Termine nach Vereinbarung auch an den Standorten Alice-Hospital und am Elisabethenstift (Lungen-MRT)

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Erfahren Sie mehr:

Artikel: Moderne Lungendiagnostik auf universitärem Niveau